Ortsgespräch in 27…. könnte so gewesen sein

Kürzlich traf ich einen alten Bekannten, Sozi durch und durch. Mein Gott, sagte ich zu ihm, Genosse, was ist passiert, du siehst so krank aus. Ach, sagte er zu mir, stell Dir vor, wir sind jetzt das Sprachrohr der Bevölkerung und keiner weiß wo unser Leuchtturm, der Olaf, ist.

Ich: Sprachrohr der Bevölkerung und Olaf, also, dies meinst Du doch nicht ernst. Du kennst doch Olaf, vielleicht hat Olaf mal wieder etwas vergessen.

Er: Neeh, das hat nicht Olaf gesagt, das war der, mhh, ein anderer von der SPD hier.

Ich: Ach, seit ihr noch so viele? Bei den Umfrageergebnissen kann man sich doch nicht mehr verzählen.

Er: Nun hör aber auf. Nur weil ihr gerade Rückenwind habt, glaubt ihr die Leute würden euch verstehen.

Ich: Also, jetzt mal ganz langsam, nicht Rückenwind, sondern Rückhalt ist richtig. Du meinst, unser Stern leuchtet auf eurem Mist, weil eure selbsternannte Fortschrittskoalition sich augenscheinlich mehr ihren Frisuren und Make-ups verschrieben hat, als sich um Sorgen und Nöte der anvertrauten Bevölkerung zu kümmern?

Er: Naja, so ganz meine ich es nicht, aber so ungefähr. Früher war es anders. Da wurde auf uns gehört und nicht irgendwelche Untergangstheorien und Verbote rausposaunt. Heute sollte man besser nichts sagen, sonst gibt es gleich einen Stempel, Du weißt schon.

Ich: Naja, als Sozi kann man nicht alles wissen. Aber Du hast schon recht was unsere Stadt angeht. Betrachtet man allein die verschlissene Infrastruktur und die hohe Dauerarbeitslosigkeit der letzten 10 Jahre, dann waren die letzten SPD-Jahre letztlich verlorene Jahre, oder? Wenn nur noch der Mangel verwaltet wird, dann ist es kein Wunder, dass die Leute sich anders entscheiden. Es ist wie beim Fußball, wer keine Tore schießt, der steigt ab.

Er: Meinst Du wirklich? Aber was sollen wir denn machen, die wollen oder können nicht auf uns hören. Wenn ich an die Zukunft denke, wird mir ganz anders. Ich muss immerzu an die 5%-Hürde bei der nächsten Wahl denken. Ich glaube, die schaffen wir nicht mehr.

Ich: Naja, den Kopf in den Sand stecken bringt nichts. Du bist doch clever, es liegt einzig allein bei Dir, die Dinge zu ändern. Schau dich um, Du wirst jetzt gebraucht und wähle aus, was in Zukunft Bestand haben wird. Von nichts kommt nichts, das weißt Du doch am besten.

Er: Woher weißt Du das alles? So hat es mir noch niemand erklärt. Weißt Du was, gönnen wir uns einen Kaffee mit einem Stück Ü-50-Torte, ich muss nachdenken.

bl22072023